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Antrag für eine Ausbildungsplatzinitiative

Dienstag, 26. Juni 2007 von Uwe He-Wi

Die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN stellt folgenden Antrag:
Der möge beschließen:

Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge der Gemeinde Edewecht werden Angebote von Unternehmen bevorzugt, die ihrer Verantwortung für die Berufsausbildung gerecht werden. Maßstab für das über die Grundsätze der VOB und VOL hinausgehende Vergabekriterium ist der durchschnittliche Anteil von Auszubildenden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (derzeit etwa 5,3 %). In den Ausschreibungstexten ist darauf entsprechend hinzuweisen.
Begründung:

Trotz konjunktureller Erholung in breiten Teilen unserer Wirtschaft ist die Situation der Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz nach wie vor dramatisch: Landesweit finden weniger als 40 % der Schulabgänger, die in das System der beruflichen Ausbildung einsteigen wollen, einen Ausbildungsplatz im dualen System. Rund 43 % der Bewerberinnen und Bewerber landen in Übergangssystemen oder Warteschleifen, die ihnen nur geringe Perspektiven eröffnen. Rund 1/3 von ihnen finden selbst nach Durchlaufen mehrerer Warteschleifen keine reguläre Ausbildung oder Beschäftigung. Die damit einhergehende Perspektivlosigkeit einer wachsenden Zahl von Jugendlichen wird auch für Edewecht zu einem wachsenden Problem.

Ursache dieser Misere ist u.a. die mangelnde Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft. Bundesweit bilden nur noch ca. 23 % der Betriebe überhaupt aus. Der Anteil der Auszubildenden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat sich in den letzten 20 Jahren von 8,8 % auf 5,3 % (2003) ebenfalls deutlich verringert. Selbst in den Berufszweigen (z.B. Metall und Elektro), in denen die Zahl der offenen Stellen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist, ist die Zahl der Ausbildungsplätze zurückgegangen.

Die Liste der des Landkreises Ammerland für das Jahr 2007 zeiget dass dieses Problem auch für Edewecht gilt. Zu beachten ist dabei, dass diese Liste nicht sämtliche Suchende umfasst. Die Zahl Edewechter Jugendlicher ohne Ausbildungsplatz ist wesentlich größer

Die Gemeinde Edewecht muss daher ihre Möglichkeiten nutzen, die Betriebe zu größeren Anstrengungen in der Berufsausbildung zu motivieren bzw. ausbildende Betriebe im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu belohnen. Deshalb sollten die Anstrengungen eines Betriebes in der Berufsausbildung künftig wesentliches Kriterium bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sein.

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