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Schulausschuss beschließt Oberschule in Friedrichsfehn

Sonntag, 04. Dezember 2011 von Uwe He-Wi

OBS und IGS, schließt sich das nicht aus? Das war eine der entscheidenden Fragen, die es für die Grüne Ratsfraktion zu klären galt, als zum Ende der vergangenen Wahlperiode von der Edewechter Verwaltung der Vorschlag ins Leben gerufen wurde, in eine Oberschule mit Grundschule zu gründen.

Mit einer gehörigen Portion Skepsis nahmen die Grünen an dem von der Verwaltung initiierten Informationsgespräch teil, bei dem die Fraktionsspitzen der Grünen, UWG und SPD zugegen waren, hatten sich doch die Grünen auf die Fahnen geschrieben sich für das „Original IGS“ einzusetzen und nicht für die abgespeckte Version OBS. Für die Fraktion der CDU wurde aus terminlichen Gründen ein separater Termin angeboten.

Da die Argumentation der Verwaltung sehr schlüssig war und eine Gefährdung einer möglichen IGS in Edewecht nicht entstehen würde, empfahlen alle Anwesenden einstimmig, dass die Verwaltung das Szenario Oberschule in Friedrichsfehn weiter bearbeiten solle.

Das Ergebnis daraus konnten wir kürzlich auf 4 Elterninformationsabenden und im jüngsten Schulausschuss sehen, wo die Verwaltung, der Schulleiter der Grundschule Friedrichsfehn Herr Fortkamp  und Regierungsschuldirektor Janßen das Konzept vorstellten.

Zur Zeit überwiegt in dem Lehrerkollegium der HRS die Ablehnung einer Oberschule, man kann also nicht damit rechnen, dass von Seiten dieser Schule eine Initiative in Richtung integrativere Beschulung unternommen wird. Eine Zwangseinführung einer integrativeren Schulform ist nach unserer Auffassung zum Scheitern verurteilt.

Gleichzeitig sind in Friedrichsfehn große Abwanderungszahlen nach Oldenburg zu verzeichnen. Man führt hier u.a. die ausdrückliche Vermeidung der HRS-Edewecht an. Zur Zeit besuchen schätzungsweise rund 70 Schüler und Schülerrinnen aus Friedrichsfehn und Wildenloh Oldenburger Schulen aller Formen.

Um diese Schüler wieder an Edewecht zu binden und um die Weiterentwicklung der Schullandschaft voranzutreiben (Nachzugdruck auf die HRS), bietet sich an, in Friedrichsfehn eine neue Oberschule mit Grundschule zu gründen. Schülerzahlen und Räumlichkeiten würden genügen, zwei Fachunterrichträume müssten sowieso modernisiert werden, eine Mensa, die auch im Rahmen der künftigen Ganztagsgrundschule gebaut werden müsste, könnte durch verschiedene Nutzungszeiten von allen genutzt werden. Das Außengelände und eine nicht ausgelastete Zweifeldhalle würde die „Hardware“ abrunden. Im Gegensatz zur HRS stehen an der Grundschule Friedrichsfehn fast alle Lehrkräfte und der Schulvorstand dem Vorhaben positiv gegenüber, eine der wichtigsten Voraussetzung für ein Gelingen.

Geplant ist, die OBS als verbindliche Ganztagsschule (an drei Tagen in der Woche Nachmittagsunterricht) zweizügig von der Klasse 5-10 zu führen. Eine Trennung nach Leistungsstufe (G und E-Kurse) soll erst in der 7. Klasse erfolgen, was faktisch einer 6-jährigen Grundschule gleich kommt und damit dem Anspruch der Grünen, einer möglichst langen gemeinsamen Beschulung, ein Stück näher kommen würde.

Es wird eine Angebotsschule werden und ist damit ein zusätzliches nicht verpflichtendes Schulgebot in unserer Gemeinde. Dieses Angebot steht in keinem Widerspruch zu einer potentiellen IGS in Edewecht, daher halten es die Grünen für falsch, eine alternativ abfragende Elternbefragung zur OBS und IGS, wie von der SPD gefordert, durchzuführen. Es würde zudem eine zeitnahe Umsetzung zum nächsten Schuljahr unmöglich machen. Im Gegenteil halten wir es für geboten, die Gelegenheit jetzt zu nutzen und eine Bereitschaft des Lehrerkollegiums, des Schulvorstandes und des Schulelternbeirates nicht zu zerreden.

Um es zum Ende noch ein Mal deutlich zu sagen: Die Zustimmung zu einer OBS in Friedrichsfehn bedeutet für die Grüne Fraktion keine Abkehr vom „Original IGS“. Sie erhöht eher die Chancen auf eine IGS in Edewecht, wird die Argumente gegen eine IGS entschärfen und die HRS in einen gewissen Zugzwang bringen, sich mit der Frage einer integrativeren Beschulung zu befassen, will sie nicht noch mehr an Attraktivität verlieren.

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