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Susanne Miks, Landtagskandidatin der Ammerländer GRÜNEN nimmt Stellung zum Zwischenbericht der Nationalen Betreuungsstudie

Mittwoch, 02. Mai 2012 von Redaktion

In diesen Tagen wurde der Zwischenbericht zur ersten „Nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in

der frühen Kindheit“ (kurz: NUBBEK) vorgestellt. Sie wurde finanziell gefördert vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ), von der Jacobs Foundation und der Robert-Bosch-Stiftung sowie von den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Der Zwischenbericht enthält wissenschaftlich verbrämt nicht viel Neues. So wird zum Beispiel festgestellt, die Gruppen seien oft zu groß. Das haben schon viele Mütter, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen, festgestellt und schon viele ErzieherInnen seit Jahren beklagt.
Von guter Qualität, so der Bericht, seien weniger als 10 Prozent der Betreuungseinrichtungen und das gelte sowohl für Kindertagesstätten als auch für Tagesmütter.
Wenn in einem Kindergarten in einem Raum 25 Kinder im Alter von knapp drei Jahren bis (fast) sieben Jahren in ungleichmäßiger Verteilung innerhalb der Altersgruppen von einer ErzieherIn und einer Zweitkraft (KinderpflegerIn/ SozialassistentIn) betreut werden, darf es niemanden wundern, wenn sie nicht allen Kindern gleich gerecht werden können.
Dazu kommt, dass ErzieherInnen nicht angemessen bezahlt werden und ihre Arbeit ungenügend anerkannt und gewürdigt wird. Männer sind im Erzieher-Beruf deutlich unterrepräsentiert, was auch nicht weiter verwundert. Nur wenige Männer möchten eine so anspruchsvolle Arbeit für so einen schlechten Verdienst machen.
Es braucht eine bessere Bezahlung, um den Beruf sowohl für Frauen und als auch für Männer attraktiver zu machen, und außerdem eine Aufwertung des ErzieherInnen-Berufs, indem die Ausbildung auf Hochschulniveau angehoben wird.
Die Gruppen müssen dringend verkleinert werden, und zwei ErzieherInnen pro Gruppe muss das Ziel sein!
In der Nationalen Betreuungsstudie wird bemängelt, in den Bildungsbereichen Lesen,
Mathematik, Naturwissenschaften und Interkulturelles Lernen schneide jeder zweite Kindergarten „unzureichend“ ab. Diese Sichtweise ist zu einseitig.
Kindergarten-Kinder brauchen Räume, in denen sie sich wohlfühlen und in denen sie sich entfalten können. Die Einrichtungen brauchen Räume, in denen in Ruhe und schöner Atmosphäre vorgelesen oder einfach in Bilderbüchern gestöbert werden kann. Kindergarten-Kinder brauchen Experimente, die sich an dem Leben der Kinder orientieren und ihre Neugierde fördern.
Es fehlt in vielen Kindergärten und Kindertagesstätten schlicht an Räumen – z.B. an Bewegungsräumen, (Vor-)Leseräumen, Bastelräumen, Ruheräumen.
Die Zusammenarbeit mit den Grundschulen lässt im Vorschulbereich noch viele Wünsche offen. Auch die Zusammenarbeit z.B. mit Schulbüchereien und Sportvereinen ist vielerorts noch ausbaufähig.
Und bei all dem ist noch nicht geklärt, wie die Inklusion in den Kindergärten und Kindertagesstätten umgesetzt werden soll.
Reichlich Baustellen also, von denen wir auch ohne die o.g. Studie wissen. Auf das folgende Zitat aus dem Zwischenbericht der NUBBEK wären wir ebenfalls ohne eine wissenschaftliche Studie gekommen: „Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist kostspielig und bedarf des politischen Willens.“ Unsere Kinder, von deren Phantasie und Neugierde wir noch viel lernen können, sollten uns sowohl die Kosten als auch den politischen Willen wert sein.
„Diese Studie hat einmal mehr Schwachstellen der vorschulischen Erziehung, Betreuung und Bildung aufgezeigt.“, so die Landtagskandidatin der Ammerländer GRÜNEN, Susanne Miks. „Nun ist es an der Politik, endlich die richtigen Weichen für zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu stellen.“

Susanne Miks, Landtagskandidatin der Ammerländer Grünen

Eine Antwort zu “Susanne Miks, Landtagskandidatin der Ammerländer GRÜNEN nimmt Stellung zum Zwischenbericht der Nationalen Betreuungsstudie”

  1. Sabine Thorwarth sagt:

    Lese ich hier richtig in den Bildungsbereichen Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Interkulturelles Lernen schneiden Kindergärten unzureichend ab? Drehen die Erwachsenen völlig durch? Ein Kindergarten der bereits solche kopfgesteuerten Dinge mit den Kleinsten durchführt
    würde ich sofort verlassen.Dürfen Kinder nicht einfach Kind sein und spielen? Dabei lernen sie genug! Und zwar vernünftiges, naturverbundenes spielen ohne Game boy, Computer oder Plastik Bälle Bad.Ist es nicht das wichtigste
    für unsere Zukunft das wir wieder selbstbewußt, natur und erdverbundene werden und ein gesundes Sozialverhalten entwickeln und eine individuelle Persönlichkeit.
    Womöglich gibt es bald Pisa Test´s im Kindergarten?
    Die meisten Kinder kommen, gesund, neugierig und mit sehr viel Wissen auf die Welt. Leider werden durch merkwürdige pädagogische Maßnahmen der Erwachsenen viele Dinge abtrainiert spätetens in der Grundschule.Unser Bildungssystem ist der Tod jedes kreativen, freien Denkens
    Die wichtigen Fächer für unsere Gesundheit und eine postive Gehirnentwicklung wie Kunst und Musik leider Stiefkinder. Alle müssen durch diesen merkwürdigen Einheitsbrei und jetzt soll es schon im Kindergarten losgehen?Ich finde man sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob Kinder nicht auch zu Hause unterrichtet werden dürfen wie zum Beispiel in Belgien.
    mit freundlichen Grüßen Sabine Thorwarth

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