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Die Mär vom Schattenschlag und Infraschall

Dienstag, 10. Juni 2014 von Uwe He-Wi

Zurzeit überschlägt sich die Berichterstattung in Edewecht zum Thema , eine Bürgerinitiative gegen nach der anderen wird gegründet, Flugblätter und ganze Hefte mit Horrorszenarien und Bildern riesiger Windparks werden in Umlauf gebracht und Unterschriften gesammelt. Leider basieren viele Argumente der Gegner auf sehr veralteten Informationen, die für neue moderne Anlagen nicht mehr gelten.

Nachfolgend möchten wir die klassischen Argumente gegen Windkraft aufzeigen und entkräften.

Schattenschlag: es ist immer wieder die Rede davon, dass Anwohner in der Nähe von Windkraftanlagen von einem ständig rotierenden

 Windräder

Schatten der Windradflügel terrorisiert würden. Das Bundesimmissionsschutzgesetz sagt dazu, dass der Schattenwurf von Windenergieanlagen nicht länger als 30 Stunden pro Jahr (theoretisch, das entspricht etwa 8 Stunden / Jahr tatsächlich) und 30 Minuten am Tag auf ein Wohnhaus wirken darf. Schon lange haben Windkraftanlagen Einrichtungen, die die Anlagen anhalten, sollte solch ein Wert erreicht werden.

In diesem Zusammenhang wird gerne der sog. Diskoeffekt angeführt, der von Lichtreflexen der früher glänzenden Rotorenoberflächen herrührte. Bei modernen Anlagen werden nicht reflektierende, matte Oberflächen verwendet, sodass dieses Phänomen nicht mehr auftritt.

Auch bei der Hindernisbefeuerung, die Anlagen über 100 m zum Schutz des Flugverkehrs haben müssen, geht die Entwicklung weiter. Weil viele Menschen sich von den blinkenden Lichtern gestört fühlen, werden z. Zt. radargesteuerte Lichter entwickelt, deren Serienreife bevorsteht. Diese Lichter würden nur noch leuchten, wenn sich ein Flugobjekt in der Nähe befindet. Da dies in dieser Höhe allerdings nur sehr selten vorkommt, werden sie entsprechend selten leuchten.

Bezüglich der Schallbelastung beklagen Anwohner im Außenbereich, dass sie dort wie Bürger zweiter Klasse behandelt würden, da von sogenannten Siedlungssplittern nur 600 m Abstand gewahrt werden muss. Geht man aber davon aus, dass eine moderne Windkraftanlage in 500 m Entfernung noch einen Schalldruckpegel von ca. 42 dB aufweist, kann man davon ausgehen, dass sie in 600 m Entfernung fast den für allgemeine Wohngebiete zulässigen Wert von 40 dB einhalten. Unterschritten wird auf jeden Fall der zulässige Wert eines Mischgebietes von 45 dB. Der gesamte Streifen entlang der Ortsdurchfahrt Edewecht ist als Mischgebiet ausgewiesen. Das heißt, dass die Anwohner im Außenbereich sogar besser gestellt sind als die Anwohner der Hauptstraße was die Lärmbelästigung angeht.

Immer wieder wird der Infraschall als krank machend beklagt. All diesen, die das glauben, sei angeraten, sofort das Autofahren zu unterlassen, denn im Inneren eines fahrenden Autos ist der Infraschall um ein vielfaches höher, als bei einer modernen Windkraftanlage in 250 m Entfernung. Überall, wo sich Luft und Wasser bewegt, tritt in der freien Natur Infraschall auf. In einer vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt geförderten Studie des Dachverbands der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände „Umwelt- und naturverträgliche Windenergienutzung in Deutschland (onshore)“ wurde 2005 festgestellt: „Da auch

Windpark "Hübscher Berg"

der Infraschall mit der Entfernung von der Schallquelle pro Entfernungsverdoppelung um 6 dB an Stärke abnimmt, ist bei den aufgrund der sich aus der TA Lärm ergebenden notwendigen Abständen von WEA zu Wohngebieten … , die im Durchschnitt bei mindestens 500 m liegen, keine vom Infraschall ausgehende Gefährdung bzw. Belästigung der dort wohnenden Menschen zu erwarten.“ Eine Aktualisierung dieser Studie in 2011 kam zum gleichen Ergebnis: „Alle derzeit vorliegenden Infraschallmessungen zeigen übereinstimmend, dass der Infraschall von WEA auch im Nahbereich der Anlagen (100 – 250 m Entfernung) deutlich unterhalb der menschlichen Hörschwelle und damit auch deutlich unterhalb einer denkbaren Wirkschwelle liegt.“

Angeführt werden auch immer wieder Infernos durch Unfallschäden. Die Sicherheitsstandards der Anlagen sind aber inzwischen so hoch, dass die Betriebshaftpflicht für eine 3 Megawatt-Anlage 70-90 Euro pro Jahr beträgt. Verglichen mit einer KFZ-Haftpflichtprämie, kommen die Anlagen bei der Risikobewertung durch die Versicherungen doch recht gut weg. So sind Personenschäden bisher nur durch Arbeitsunfälle an Windkraftanlagen bekannt, bei 40.000 Anlagen in Mitteleuropa, kann man 15 Rotorblattabbrüche getrost als gering bezeichnen. Brände durch Hydrauliköl sind bei getriebelosen Anlagen nicht möglich, da sie ohne Öl arbeiten.

Eiswurf ist auch kein Thema mehr, da modernen Anlagen über eine Eiskennung verfügen und ggf. einfach stoppen und nur wieder von Hand in Betrieb gesetzt werden können.

Was die Verträglichkeit mit der Natur angeht, wird dies immer im Einzelnen durch avifaunistische Gutachten erörtert; dies wird auch bei dem am Hogenset südlich des Küstenkanals in Diskussion stehenden Windpark, wie auch bei allen anderen Flächen, die in Edewecht in Frage kommen könnten, geschehen. Erst danach wird endgültig eine Entscheidung getroffen, ob und wo die Errichtung eines Windparks möglich ist.

Diese Informationen werden leider in den sogenannten objektiven Betrachtungen der Bürgerinitiativen nicht wiedergeben. Wir halten diese Art von Informationspolitik für unredlich, für eine sachliche Betrachtung dieses wichtigen Themas ist es nicht hilfreich.

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2 Antworten zu “Die Mär vom Schattenschlag und Infraschall”

  1. Johannes sagt:

    Moin Thorsten. Was hast das mit Meinungsfreiheit zu tun? Das ist doch echte Freiheit wenn Du die Leute wieder nach Hause schicken kannst. Du kannst denen doch auch Deine Meinung geigen. Die Diskussion um die Energiewende ist echt schwierig. Du musst ja auch keine Dinger auf Deinem Land aufstellen. Dich zwingt ja keiner. Trotzdem, nach dem Atomunglück haben wir alle nach grünen Strom gerufen und die Politik dazu gedrängt etwas zu unternehmen. Jetzt, wenn es um die Umsetzung geht und einige betroffen sind, will es keiner mehr gewesen sein. Da zeigen jetzt die Politiker im Rat etwas Rückrad und reden genau über unsere Forderung und jetzt meckern wir wieder. Was haben die Zeitungen alles geschrieben…“Die Politik ist zu langsam“ und jetzt heißt es „Nehmt mehr Rücksicht“. Wir machen es den Politikern auch nicht einfach!!!!!

  2. Thorsten sagt:

    Und ich möchte dass alles so bleibt wie es ist, keine Windkraftanlagen! Ich möchte nicht unter ihnen arbeiten, sie nicht in der Ferne sehen und auch kein Geld damit verdienen!
    Und ich bin es leid ständig Windenergie Projektierer und Projekt-Planer vom Hof zu jagen. Die freie Meinung eines Andersdenkenden wir nämlich nicht von ihnen akzeptiert! Soviel zur Meinungsfreiheit in Deutschland wenn gewisse Personen ein lukratives Geschäft wittern.
    Und kommt jetzt bitte nicht mit dem Spruch irgendwo muss der Strom ja herkommen wenn man keine Atomkraftwerke mehr haben will! Vielleicht sollten wir einfach mal anfangen weniger Strom zu verbrauchen!!

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