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Flurbereinigung am Junkersdamm schadet Natur

Donnerstag, 02. Januar 2014 von Hergen

Im November vergangenen Jahres waren strahlende Gesichter bei einer Feierstunde auf dem Junkersdamm im Grenzbereich Zwischenahn/Edewecht zu sehen, 50.000 m³ Boden und große Geldmengen wurden im Rahmen der Flurbereinigung bewegt.

Die NWZ berichtete am 28.11.2013:

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Die Flurbereinigung Dänikhorster- und hat die Aufgabe, landwirtschaftliche Flächen zu arrondieren und die Verkehrswege im Außenbereich zu verbessern. Daneben werden Flächen in einem Korridor zwischen Dänikhorster- und aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgetauscht, um diese beiden Naturschutzgebiete mit einander zu verbinden.

"Bodenmiete

Die Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht sowie die Stadt Westerstede unterstützen die Naturschutzbemühungen, indem sie Kompensationsleistungen, die sie im Rahmen ihrer Bebauungsplanung leisten müssen, in Form von finanziellen Mitteln in dieses Gebiet einfließen lassen. Hier durch konnte unter anderem der Dänikhorster Moorkanal umgeleitet werden, die Entwässerung der Hochmoorflächen konnte eingeschränkt und der Wasserstand angehoben werden.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Flurbereinigung mit dem Neubau des Junkersdamms beschäftigt. Dazu wurde die gesamte Trasse des alten Weges ausgekoffert. Als Ausgleich für die Eingriffe der Flurbereinigung sollte ein Teil des Schwarztorfes, der sich im Untergrund der alten Straße befand, für den Naturschutz genutzt werden. Im Dänikhorster sollte eine größere Fläche mit diesem Schwarztorf eingewallt werden, um hier den Wasserstand anzuheben.  Weiter war vorgesehen, im Fintlandsmoor Schwarztorf zwischen zu lagern, um ihn später für die Verfüllung der Gräben zu nutzen.

Die Ammerländer Moorexperten Susanne Grube, Uwe Riegel und Horst Bischoff untersuchen den Damm auf Schwarztorfgehalt.

Die Ammerländer Moorexperten Susanne Grube, Horst Bischoff und Uwe Riegel untersuchen den Damm auf Schwarztorfgehalt und fanden fast nur Mineralbodengemisch.
Foto: Hergen Erhardt

Entgegen den Beteuerungen der Flurbereinigungsverantwortlichen wurde bei beiden Maßnahmen kein reiner Schwarztorf verwendet, der Anteil des Schwarztorfes liegt unter 10 %. Der überwiegende Anteil besteht aus einem Mineralbodengemisch, im Fall des am Fintlandsmoor abgelagerten Bodens sogar mit Steinen etc. „verunreinigt“.

Mit diesem Material lassen sich keine Gräben im Moor abdichten, da Mineralboden im Gegensatz zu Schwarztorf wasserdurchlässig ist. Zudem verändert Sand im Moor die Standortverhältnisse, wodurch sich moorfremde Pflanzen ausbreiten. Der im Straßenausbau gewonnene Schwarztorf wurde in erheblich größerem Umfang als vorgesehen an die Torfindustrie veräußert.

Die Flurbereinigung hat im Zusammenhang mit dem Ausbau des Junkersdamm der Natur schweren Schaden zu gefügt. Im NWZ Artikel wird auf eine unerwartete Kostensenkung der Straßenbaumaßnahme hingewiesen. Ein Gutteil dieser Einsparung geht zu Lasten des Moores: der für Naturschutzmaßnahmen vorgesehene Schwarztorf aus dem Unterbau der alten Straßen ist an die Torfwirtschaft verkauft worden.

Den beiden Bürgermeistern, die im o.g. NWZ Artikel über die Umsetzung von vielen Naturschutzzielen und positiven Synergieeffekte schwärmen, muss an dieser Stelle daher entschieden widersprochen werden und der Projektleiter Gerd Fabian vom Amt für Landentwicklung Oldenburg sollte, statt die Einsparungen zu loben, deren Ursache lieber kritisch hinterfragen.

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