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Buchbesprechung: Der stumme Frühling, von Rachel Carson

Mittwoch, 19. Dezember 2007 von Jack Morin

erstmalig erschienen 1962, jetzt bei Verlag C.H. Beck, Preis 12,90 ISBN-13: 9783406547607 ISBN-10: 3406547605

Eine Pflichtlektüre für alle, die wissen wollen, wie ,wo, wann  die Umweltprobleme bewusster wahrgenommen wurden, und zwar schon in den 50er und Anfang der 60er Jahre, man staune, in den USA ! Über das Buch  „Der stumme Frühling“ schreibt Thomas von Randow in der „Zeit“. „Ein Augenöffner ist es, ein Sachbuch , wie es sein soll, relevant, anregend und immer noch aufrührend.“

Wenn man das Buch gelesen hat, will man Unrecht Albert Schweitzer geben , der sagte „Der Mensch hat die Fähigkeit, vorauszublicken und vorzusorgen. Er wird am Ende die Erde zerstören.“

Carson zeigt alle Verheerungen, die der Mensch der Erde und sich selbst zugefügt hat.. und immer noch, mehr als 40 Jahre nach Rachel Carsons Tod, zufügt: Vernichtung der Bio- Diversität, Bodenzerstörung, Luft- und Wasserverschmutzung, Entstehung von Krankheiten, ohne zu verstehen, dass er dabei auf Grund der kurzfristigen Wirtschaftlichkeit ein langfristiges Desaster plant.

Sie zeigt auch, dass viele engagierte Wissenschaftler, aber auch Politiker, schon damals den Kampf den Natur- und Menschenvernichtern ansagten

Sie zeigt schon in den 50er Jahren, dass es andere Methoden gibt, als solche wie die chemische Keule, um die landwirtschaftliche Produktion zu fördern: biologische und bio-technische Verfahren, im Grunde genommen „naturinterne“.

Ein ermutigendes Buch, weil es keine Verzweiflung verbreitet, sondern Klarsicht und Sachlichkeit – sie war selber Biologin, ohne das Gefühl für die vernichteten Schönheiten unserer Erde zu verschmähen.

Die NRW-Landesregierung veröffentlicht  jetzt , nach Greenpeace, die Liste der Handelsketten, die sich an unserer Nahrung sündigen, indem  sie zu viele Pestizid-Rückstände in ihrem Obst und Gemüse zulassen.

Es bleibt zu wünschen, dass alle anderen Landeschefs dieses Buch lesen…

Dann wird Rachel Carson auch 40 Jahre nach ihrem Tod Gehör finden.

Edewechter Grüne gegen Bebauung am Roten Steinweg See

Samstag, 01. Dezember 2007 von Uwe He-Wi

Die Edewechter Grünen sprechen sich gegen eine Bebauung am Roten Steinweg See aus. Lebensraum für geschützte Tiere wird zerstört. 24 Grundstücke für „gut Betuchte“ in exklusiver Lage sind kein Gemeinwohl

Es wird immer wieder suggeriert es bestände bezüglich des Roten Steinweg Sees ein Handlungszwang, der besteht eindeutig nicht, denn es existiert für dieses Gelände eine Regelung, die die Renaturierung in Form einer natürlichen

Blick über den See vom Ostufer

Blick über den See vom Ostufer

Sukzession vorsieht, die im Übrigen Bestandteil der Abbaugenehmigung war. Das Regionale Raumordnungsprogramm für den Landkreis Ammerland von 1996 sieht hier dementsprechend die Vorsorge für Natur vor. Es ist alles bestens geregelt.
Dann kommt da ein Investor, dem diese Voraussetzungen bekannt sind und kauft dieses Gelände mit dem Vorhaben es gewinnbringend zu vermarkten, und erwartet, dass dafür sämtliche bestehende Regelungen über Bord geworfen werden. Nun sieht zum Glück unser Bau und Umweltrecht umfangreiche Gutachten vor, bevor so ein Vorhaben umgesetzt werden kann.
Diese Gutachten bringen nun Ergebnisse, die das Gemeinwohl als Voraussetzung für Ausnahmen nach § 62 BNatSchG (Es wird Lebensraum für geschützte Tiere (Insekten) zerstört) fordern. In der Begründung für die Ausnahme wird das Gemeinwohl angeführt. Dies ist für diesen Zweck ein sehr fragwürdiges Konstrukt. Die Grünen können an dieser Stelle das Gemeinwohl nicht erkennen, „denn 24 Grundstücke in exklusiver reizvoller Lage für gut Betuchte dienen nach Meinung der Grünen nicht dem Allgemeinwohl“, betont Ole Martens für die Grünen. „Dieser Umgang mit Gutachten erinnert doch sehr an den Verkehrsentwicklungsplan, bei dem man aus 16% Durchgangsverkehr die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße ableitete, die dann ja auch kläglich gescheitert ist,“ kritisiert Uwe Heiderich-Willmer Fraktionssprecher der Grünen.
Die wilde Nutzung, die immer wieder angeführt wird um zu belegen, dass die natürliche Sukzession gescheitert sei,

Sand- und Kiesgruben können ein Ersatz für Landschaftselemente sein, die heute sehr selten geworden sind

Sand- und Kiesgruben können ein Ersatz für Landschaftselemente sein, die heute sehr selten geworden sind

zeigt dass in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach Erholung in natürlicher Umgebung besteht. Die Öffnung des Geländes für Erholungszwecke, es muss ja kein Badesee sein, wäre dem Gemeinwohl dienlich und würde Ausnahmen nach dem Naturschutzrecht rechtfertigen. Die wahrscheinlich gar nicht notwendig wären, „denn eine Nutzung des Geländes durch Spaziergänger etc. steht der natürlichen Sukzession nicht entgegen, im Gegenteil es hält die Landschaft offen und fördert damit die Entwicklung von dynamischen Landschaftelementen“, betont Hergen Erhardt, Naturschutzexperte der Edewechter Grünen.

Der Investor, Matthias Decker, Kreistagsabgeordneter im Kreistag Ammerland für die CDU, beginnt übrigens schon mit der Vermarktung: www.rotersteinweg.de. Er scheint sich seiner Sache sehr sicher zu sein … Ein Schelm der Böses dabei denkt.