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Jahreshauptversammlung der Edewechter Grünen

Donnerstag, 21. April 2016 von Uwe He-Wi

Am 19. März hat der Grüne Ortsverband Edewecht seine alljährliche Jahreshauptversammlung im Landhaus Friedrichsfehn durchgeführt.  Neben einem Neumitglied konnten auch einige interessierte Nichtmitglieder begrüßt werden.

Nachdem die Beschlussfähigkeit der Versammlung durch den Vorstand festgestellt wurde, berichtet er über die Schwerpunkte der Aktivitäten des vergangenen Jahres.  Zu Beginn des letzten Jahres veranstaltete der OV ein Fachgespräch zum Thema Landesraumordnungsprogramm mit Vertretern aus Verwaltung, Torfindustrie, Land- und Baumschulwirtschaft sowie einem Vertreter der Grünen Landespolitik, MdL Hans-Joachim Janßen:  Lesen Sie mehr dazu hier. Ein wichtiges Thema des vergangenen Jahres war die Weiterentwicklung der Windkraft in der Gemeinde Edewecht. Ergänzend zu dem von der Ratspolitik veranstalteten „Runden Tisch Windkraft“ hat der Grüne Ortsverband eine Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft initiiert. Neben einem Vertreter der EWE Erneuerbare Energien GmbH, standen die Vertreter der  Grünen Ratspolitik, Uwe Heiderich-Willmer Fraktionssprecher der Grünen Ratsfraktion

Hiltrud Engler

Hiltrud Engler

Edewecht, der grünen Landespolitik Volker Bajus MdL und der grünen Bundespolitik Peter Meiwald MdB, Rede und Antwort. Lesen Sie mehr dazu hier. Unter dem Motto „Ein gutes Leben für alle Menschen“  hatte der Ortsverband den Grünen MdB Peter Meiwald abermals als Gast begrüßen können. Der MdB referierte über das Thema Degrowth, „Degrowth übersetze ich für mich mit „Ende des Wachstumsglaubens“, „Postwachstum“ oder „Wachstumswende“, wörtlich würde man wohl von „Schrumpfung“ sprechen.“ erläuterte Meiwald zu Beginn der Veranstaltung. An einer angeregten Diskussion konnte man sich im Anschluss beteiligen: Lesen Sie mehr dazu hier. Auch das Thema Flüchtlinge hat den Ortsverband beschäftigt, mit der „Veranstaltung Integration Geflüchteter

Uwe Heiderich-Willmer

Uwe Heiderich-Willmer

– aber wie?“ hat der OV versucht einen konstruktiven Beitrag zur Integration der Geflüchteten zu leisten: Lesen Sie mehr dazu hier. Zu guter Letzt gab es unter der Sachkundigen Führung des Moorexperten Hergen Erhardt wieder eine der, bereits Tradition gewordenen, Exkursionen ins Vehnemoor: Lesen Sie mehr dazu hier.

Nach dem Bericht über die umfangreichen Aktivitäten aus der Amtszeit des berichtenden Vorstandes wurden weiter Formalien abgearbeitet. Der Bericht über die Kassenlage zeugte von einem sparsamen Umgang mit dem „OV-Vermögen“. Im Übrigen sind noch genügend Reserven vorhanden, um den anstehenden Kommunalwahlkampf zu meistern.

Hergen Erhardt

Hergen Erhardt

Als neuer Vorstand wurde schließlich Hiltrud Engler und Uwe Heiderich-Willmer gewählt, die Kasse betreut weiterhin das Vorstandmitglied Hergen Erhardt.

In dem nachfolgenden Ausblick musste man feststellen, dass trotz sehr guter Wahlergebnisse, auch wenn die letzte Wahl stark durch die Ereignisse in Fukushima beeinflusst war, leider die Zahl der aktiven Mitglieder immer mehr schrumpft. Eine Folge ist, dass das Grüne Prinzip der Trennung von Amt und Mandat  auch im Edewechter Ortsverband nicht aufrecht zu erhalten ist. Somit besteht der Vorstand nun komplett aus Ratsmitgliedern.  „Wir hoffen, dass dies ein vorübergehendes Phänomen ist und sich für die nächste Vorstandperiode wieder Nichtmandatsträger bereit finden einen Vorstandposten zu übernehmen“, appelliert der neue OV-Sprecher Heiderich-Willmer, der auch Sprecher der Ratsfraktion ist.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Aktivitäten werden die bevorstehenden Kommunalwahlen sein,  neben den Wahllisten ist das Wahlprogramm nach fast 5 Jahren an die aktuelle Situation im Dorf anzupassen und im Wahlkampf unter das Wahlvolk zu bringen. Das Thema Flüchtlinge wird uns weiter begleiten, weitere „offene Posten“ sind unter anderem das Landesraumordnungsprogramm, die Windkraft, die Erarbeitung eines Grünflächenplanes für Edewecht. Die Themen gehen also nicht aus. Interessierte, die sich gemeinsam mit uns darum kümmern möchten, sind immer herzlich willkommen!

 

Sonntagsspaziergang am Moor

Freitag, 08. April 2016 von Uwe He-Wi

20 Menschen von acht bis 80 hatten sich aufgemacht, um mehr über das Vehnemoor zu erfahren.

Torfmoose (Sphagnum spec.) sind die Grundlagen der Hochmoore. Sie besitzen keine Wurzeln und lagern wie ein Schwamm das bis zu 25fache ihres Volumens an Wasser ein. Ihre Spitzen wachsen unbegrenzt in die Höhe, wobei die unteren, älteren Teile aus Licht- und Luftmangel absterben und unter Sauerstoffabschluss nicht vollständig zersetzt werden. So wächst der Torfkörper um 1 mm im Jahr auf. Für die extremen Lebensbedingungen im Hochmoor sind Torfmoose maßgeblich verantwortlich, weil sie soviel Wasser speichern, dass es anderen Pflanzen zu nass ist. Sie lassen den Säuregehalt des Moorwassers ansteigen und sondern Gerbsäuren ab, ohne die zum Beispiel Moorleichen schon längst zersetzt worden wären. Torfmoose sind ein Hauptbestandteil fast aller Blumenerden. Zu ihrer Gewinnung werden Moore zerstört.

Torfmoose (Sphagnum spec.) sind die Grundlagen der Hochmoore. Sie besitzen keine Wurzeln und lagern wie ein Schwamm das bis zu 25fache ihres Volumens an Wasser ein. Ihre Spitzen wachsen unbegrenzt in die Höhe, wobei die unteren, älteren Teile aus Licht- und Luftmangel absterben und unter Sauerstoffabschluss nicht vollständig zersetzt werden. So wächst der Torfkörper um 1 mm im Jahr auf.
Für die extremen Lebensbedingungen im Hochmoor sind Torfmoose maßgeblich verantwortlich, weil sie soviel Wasser speichern, dass es anderen Pflanzen zu nass ist. Sie lassen den Säuregehalt des Moorwassers ansteigen und sondern Gerbsäuren ab, ohne die zum Beispiel Moorleichen schon längst zersetzt worden wären.
Torfmoose sind ein Hauptbestandteil fast aller Blumenerden. Zu ihrer Gewinnung werden Moore zerstört.

Im 1.700 ha großen Naturschutzgebiet gibt es ein Nebeneinander von Abtorfung und Flächen, die schon renaturiert werden. Innerhalb

Rund 20 Interessierte fanden sich am Rande einer wiedervernässten Torfabbaufläche im Vehnemoor ein.

Rund 20 Interessierte fanden sich am Rande einer wiedervernässten Torfabbaufläche im Vehnemoor ein.

der nächsten 10 Jahre ist der Abbau komplett beendet. Viele Bereiche haben danach die Voraussetzungen, sich zu neuem Hochmoor zu entwickeln. Auf etwa 700 ha hat der Landbesitzer entgegen allen Regeln des Naturschutzrechtes eine Beweidungsnutzung erkämpft, hier wird Hochmoor leider keine Chance haben.

Im Zentrum der Exkursion standen Flächen, die vor etwa 10 Jahren wiedervernässt wurden. Das Gelände ist durch Dämme gepoldert, um trotz unterschiedlicher Geländehöhe das Regenwasser zu halten und den Resttorfkörper sich vollsaugen zu lassen. Zu Beginn der Renaturierung entstehen so offene Wasserflächen, die von

den Rändern her von Torfmoosen und Wollgras besiedelt werden. Bis die gesamte Wasserfläche zugewachsen ist und alle typischen Hochmoorpflanzen eingewandert sind, wird viel Zeit vergehen. Ein Millimeter pro Jahr wächst ein lebendes Hochmoor. Bei diesen Dimensionen wird klar, welch zerstörerische Wirkung der Torfabbau

Wollgras im Blütenstand

Wollgras im Blütenstand

hat. Fünf Meter Torfabbau in die Tiefe bedeutet die Zerstörung von 5000 Jahren Moorwachstum. Gleichzeitig wird das, in diesen

5000 Jahren eingelagerte CO2 freigesetzt. Die CO2 Emissionen aus den nicht mehr lebenden Mooren in Niedersachsen, entspricht ungefähr der CO2-Emmission des Autoverkehrs in Niedersachsen. Daran wird deutlich wie wichtig der Moorschutz ist. Auch deshalb müssen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen, dass das Vehnemoor sich wieder zu einem wachsenden Hochmoor entwickeln kann.

Auch die Ornithologisch interessierten sind nicht zu kurz gekommen. Wir konnten den Großen Brachvogel ebenso beobachten wie den Kiebitz. Zahlreich waren Gänse und Lachmöven. Den krönenden Abschluss bildete der Überflug eines Trupps Kraniche.

 

Weiter Impression von dem Sonntagsspaziergang am Vehnemoor sehen Sie hier: