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Neulich im Funky-Bad Edewecht

Freitag, 24. August 2001 von admin

Ein Erlebnisbericht in 6 Teilen

TEIL I.

Tolles Wetter, also ab in die Badeanstalt! Am Eingang entdecken wir erfreut einen Zettel über eine annehmbare Eintrittsregelung für Familien. Anträge auf Zuzahlung können bis zum 31. Juli bei der Gemeine gestellt werden.

Glück gehabt! Wenn wir noch länger mit den Kindern bei ihren Großeltern im Ruhrgebiet geblieben wären, hätte der Spruch “ Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben(oder die Gemeinde…)“ für uns gegolten. 75 DM werden pro Person erstattet, 200 DM muß jede Familie aus eigener Tasche finanzieren. Da die Chips auch für das gelten, gibt es am Preis nichts auszusetzen. Wir sind 2 Erwachsene und 3 Kinder. Ich muß jetzt also Marken für 575 DM ziehen!! Schade, habe ich heute ausgerechnet mal nicht dabei… Vielleicht mit EC-Karte? Mh, will der Apparat nicht. Dann gehen wir jetzt erst mal Geld holen.

TEIL II.

Mit genügend Geld ausgerüstet stehe ich endlich vor dem Apparat mit den vielen Knöpfen und starre auf die Karte mit den verschiedenen Tarifen. Länger oder kürzer als 90 Minuten? Kinder bis 6 und ab 6 Jahren? Mehrfach- oder Einzelkarten? Als ich mich endlich für einen Tarif entscheiden kann, vergesse ich natürlich auf den Knopf für die Quittungsbelege zu drücken. Kein Wunder bei dem Stress: Die Leute in der Schlange werden ungeduldig, denn sie möchten auch Eintrittsmarken erwerben, meine Kinder quengeln, sie wollen heute noch ins Wasser und ich stöhne, da der Apparat nun schon den zweiten Fünfzigmarkschein verweigert .

TEIL III.

Irgendwann hab ich es geschafft! Mit diversen grünen und blauen Fun-Keys (so heißen die Eintrittsmarken) begebe ich mich auf den Weg zur hoffentlich letzten Hürde: einem Bademeister, der mir nun für die Gemeinde bescheinigt, dass ich für 575 DM Fun-Keys gekauft habe. Na , am Anfang weiß ja kaum einer so genau Bescheid, aber als dann der nette Mensch in weiß meinen Familienantrag unterschreibt, bin ich doch etwas verwirrt. Mein Reden, dass ich eine Quittung benötige, nimmt er nicht ernst ,sondern behauptet, sie seien angewiesen worden zu unterschreiben. Aber meinen Antrag?? Langsam ist meine Geduld zu Ende. Wie gut hatten wir es doch in den letzten Jahren, als der immer freundliche Ali den Antrag für die Familienkarten und 100 DM in Empfang nahm und wir uns direkt ins Vergnügen stürzen durften. Glücklicherweise erhört ein anderer netter Bademeister meine Bedenken, stellt mir die Quittung aus und ich darf einen neuen Familienantrag selbst unterschreiben…Hurra, jetzt gehen wir endlich schwimmen!

TEIL IV.

Stopp! Noch nicht!

Grüne Fun-Keys für Erwachsene, blaue für Kinder (bis 6 Jahre), blaue für Jugendliche (ab 6-18 Jahre), welche Dinger sind nun für meinen kleinen Sohn und welche für meine großen Kinder? Jetzt reicht es! Mit einem Edding bewaffnet werfe ich jeden Fun-Key noch mal in den großen Kasten im Eingangsbereich, der mir bei jeder Marke anzeigt, für wen sie gedacht ist und wie oft ich sie noch benutzen kann .Die Menge quengelt wieder oder immer noch und diesmal auch eine weitere Bademeisterin, die meinem Treiben interessiert zusieht. „ Sie können doch nicht mit dem Edding auf den Marken rum malen!“ Doch, kann ich, funktioniert gut, rettet vor Verwechslung, verhindert Streit zwischen den Geschwistern und läßt sich vor der letzten Benutzung leicht wieder entfernen. Ab ins Wasser!

TEIL V.

Alles ist geregelt und wir gehen täglich in die Badeanstalt. Schneller als gedacht ist meine kleine Eddingmarkierung verblichen und ich werfe meine Chips mal wieder zwecks Überprüfung in den Apparat. Groß ist die Freude, als gleich zwei Fun-Keys statt einer wieder heraus purzeln! Ein Bonus der geheimnisvollen Kiste für die gute Fütterung und regelmäßige Benutzung? Danke, Ausdauer muß auch belohnt werden, und die hatte ich bisher wirklich!
TEIL VI.

Vielleicht wäre es für die Gemeinde auf Dauer billiger eine freundliche Arbeitskraft einzustellen, die die Willkür der Kiste überprüft und den von der Technik überforderten Kindern und anderen Menschen beratend zur Seite steht. Das neue Bad ist wirklich schön. Insbesondere die Rutsche ist der Renner , aber auch das Hubbecken fasziniert unseren fünfjährigen Sohn. Auch die Kleinsten kommen auf ihre Kosten und können in ihrem Becken planschen und rutschen. Leider ist das Hallenbad an gut besuchten Tagen sehr laut und gerade am Babybecken sind des öfteren Mütter und Väter zu beobachten, die sich die Ohren zu halten. Hier sind Verbesserungsmaßnahmen dringend angesagt, es soll doch Spaß machen und nicht in Lärmstress ausarten. Ein Spiel-und Planschbereich im für die ganz Kleinen würde sicherlich auch die Elternherzen höher schlagen lassen.

FAZIT: TROTZ MANCHER FUN-KEY-PROBLEME SICHERLICH EIN FUNKY-BAD FÜR DIE GANZE FAMILIE!

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