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Veränderten sportlichen Bedürfnissen Rechnung tragen

Freitag, 27. Oktober 2000 von Uwe M.

GRÜNE besichtigen Modell-Sportanlage in Wiesmoor

Herkömmliche Sportanlagen, die einen Rasenplatz und rundherum eine 400m-Bahn beinhalten, werden den heutigen Bedürfnissen der Sporttreibenden nicht mehr gerecht. Längst ist die Palette der Sportarten vielfältiger geworden und umfasst neben Leichtathletik und dem klassischen Ballspielen vor allem auch Trendsportarten. Zudem ist der Sportverein nicht mehr der bevorzugte Ort Sport zu treiben – längst findet Sport auch in unorganisierter Form statt.

In Edewecht steht in Kürze die Planung weiterer Sportflächen an – ein Anlass für die GRÜNEN, sich intensiv mit modernem Sportanlagenbau auseinanderzusetzen, um auch hier den unterschiedlichen Bedürfnissen der Sporttreibenden gerecht zu werden.

In Wiesmoor ist vor einem halben Jahr eine Modell-Sportanlage des Landes Niedersachsen eingeweiht worden, die eine interessante Alternative zu herkömmlichen Sportplätzen darstellt. Unter fachkundiger Leitung des Sportlehrers Wilhelm Hinrichs aus Edewecht, der an der KGS in Wiesmoor unterrichtet und als Fachbereichsleiter Sport wesentlich zur Verwirklichung der Wiesmoorer Anlage beigetragen hat, haben die Ratsfraktion und Mitglieder des Vorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN diesen „Freizeit- und Bewegungspark“ besucht.

Auf knapp zwei ha (oder auf der Fläche von zwei Fußballplätzen) wurde eine zeitgemäße Sportanlage verwirklicht, die die „klassischen“ Sportarten ermöglicht und dennoch genug Raum auch für Neues bietet. So findet sich ein Fußball- und ein Basketballfeld, eine 100m-Bahn, eine Sprunganlage, eine Wurfanlage – aber auch eine Skaterbahn, ein Beachvolleyballfeld, eine Boule-Anlage, eine Finnenbahn, eine Multifunktions-Sandfläche und viele weitere Möglichkeiten, sportlicher Betätigung nachzugehen.

Auffällig ist schon auf den ersten Blick, dass diese Anlage nicht eingezäunt ist. Sie steht allen EinwohnerInnen zur Verfügung – für Vereinssport, aber auch für die spontane, nichtorganisierte Aktivität, als Treffpunkt, als kleines Naherholungsgebiet zum Spazierengehen und Leute treffen, für Seniorensport, für den Schulsport. Die Idee, dass eine teure Sportanlage (2,2 Mio DM) auch möglichst vielen NutzerInnen zur Verfügung stehen muss, war der Anstoß für dieses offene Konzept. Und noch etwas ist bemerkenswert: Die Anlage befindet sich „mittendrin“ zwischen Schulbauten, Gewerbeflächen und Wohnbebauung. Das Konzept vom „Sport um die Ecke“ ist damit in hervorragender Weise umgesetzt worden – ohne dass es bisher zu Nachbarschaftsstreit und Unverträglichkeiten gekommen wäre. Obwohl die Einrichtung ganztägig und im Sommer bis in den Abend hinein genutzt wird.

Den benachbarten Schulen ist es mit dieser Anlage möglich, die neuen Richtlinien für den Sportunterricht umzusetzen, in denen ausdrücklich auch moderne Sportarten wie Inlineskating auf dem Programm stehen. Die benachbarte Turnhalle bietet Schulen und Vereinen optimale Bedingungen zur kombinierten Nutzung. Die Verantwortung für den Freizeit- und Bewegungspark liegt bei der Kooperativen Gesamtschule.

Bei der Besichtigung der Anlage wurde deutlich, dass herkömmliche Sportplätze den heutigen Anforderung nicht mehr genügen. Sicherlich benötigt man für den Vereins- und Wettkampfsport auch herkömmliche Plätze – aber daneben ein großer Bedarf an alternativer sporlicher Betätigung zu befriedigen.

Die Anlage in Wiesmoor mag auch für Edewecht Anregungen zum Sportflächenbau geben. Denkbar wäre z.B. an den neue erworbenen Flächen am Göhlen Plätze für den Vereins- und Wettkampfsport einzurichten und gleichzeitig die von den Schulen genutzten Flächen zwischen Grund- und Sonderschule sowie an der Haupt- und Realschule zu Bewegungsparks umzubauen. Damit würde den geänderten Ansprüchen der Schulen entsprochen und gleichzeitig ein wohnortnahes Sportangebot für alle EinwohnerInnen geschaffen. Es wäre schön, wenn die Wiesmoorer Sportanlage, die z. B. bei Sportwissenschaftlern und Sportfunktionären landesweit Beachtung gefunden hat und zur Modellanlage des Landes Niedersachsen erklärt wurde, von vielen Edewechtern besucht werden könnte. Vereinsvertreter, Lehrer, Politik und Verwaltung sollten sich ganz in Nähe Anregungen für die eigene Planung holen.

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