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SPD Landespolitiker erkennen den Wert des Vehnemoores

Mittwoch, 12. September 2007 von Hergen

Die Edewechter Grünen sind erfreut über die rote Unterstützung

Sonnentau im Vehnemoor

Sonnentau im Vehnemoor

Ende August waren drei Vertreter der Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnemoores mit Vertretern des Umweltausschusses der SPD im niedersächsischen Landtag zum Ortstermin im Moor.

Im Bereich des Dustmeeres konnten wir die Situation im Vehnemoor recht anschaulich darstellen. Hier treffen großflächiger Torfabbau, ein kleiner guterhaltener Hochmoorrest und erste, aus der Abtorfung entlassene Flächen zusammen.

Die Landespolitiker konnten sich vom Wert des Vehnemoores für den Naturschutz überzeugen. Ihr Fazit: absolut schutzwürdig, großes Potential für die Hochmoorentwicklung. Teile der wiedervernässten Flächen haben sich bereits sehr positiv entwickelt. Wir fanden Wollgras, Torfmoos,

Wollgras im Vehnemoor

Wollgras im Vehnemoor

Sonnentau und Schnabelried.

Aktuelle Forderungen, die Fläche teilweise landwirtschaftlich zu nutzen, wurden von allen Teilnehmenden scharf zurückgewiesen. Die mögliche Ansiedlung von Elchen im Bereich Jordanshof trug zur allgemeinen Erheiterung bei.

Nach den starken Eindrücken im Gelände keimte die Idee zu einer Anfrage im Landtag auf. Es soll geklärt werden, wie sich die Landesregierung die Entwicklung der Hochmoore insgesamt vorstellt. Denn das Vehnemoor steht nicht nur für sich allein. In der Region gibt es unter anderem die Esterweger Dose mit ihren ebenso riesigen Abbauflächen. Nur in einer zusammenhängenden Planung kann der langfristige Erhalt der Hochmoore sichergestellt werden.

Aus diesem Grund begrüßen es die Edewechter Grünen außerordentlich, dass nun auch die Landespolitiker der SPD aufmerksam geworden sind. Wir hoffen, dass die Botschaft nun gemeinsam mit unseren Grünen Vertretern in Hannover lautstark transportiert wird.

Neue Außenstelle des Gymnasiums zementiert dreigliedriges Schulsystem

Freitag, 07. September 2007 von Uwe He-Wi

Die Freude über den Neubau der Außenstelle des Gymnasiums in Edewecht darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit das dreigliedrige Schulsystem weiter gefestigt wird. Erziehungswissenschaft und Lernforschung empfehlen hingegen eine möglichst langes gemeinsames Lernen. Bei der „PISA-Studie“ erfolgreiche Länder praktizieren dies schon lange. Ein Kommentar von Uwe Heiderich-Willmer

Der Haupteingang der neuen Außenstelle

Der Haupteingang der neuen Außenstelle

Keine Frage der Schulneubau ist gelungen. Er fügt sich hervorragend in die Landschaft ein und bietet den Schülern angenehme Rahmenbedingungen zum Lernen. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten kann sich der Neubau sehen lassen, Erdwärmenutzung und begrünte Dächer, das wäre vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen. Hier hat sich im Bewusstsein von CDU und FDP einiges getan. Sicher auch ein Verdienst Grüner Beharrlichkeit. In der Bildungspolitik zeigen sich die Verantwortlichen dieser Parteien allerdings weniger lernfähig. Sie tun das Gegenteil von dem, was Erziehungswissenschaft und Lernforschung empfehlen. Diese fordern nämlich ein möglichst langes gemeinsames Lernen mit individueller Förderung. Denn von solch einer gemeinsamen Schule profitieren alle Schüler und Schülerinnen, es werden dort u.a. spezielle Talente jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers gefördert, das gilt für die leistungsschwächeren wie für die hochbegabten gleichermaßen. In leistungsgemischten Gruppen lernen auch die leistungsstärkeren dazu, wenn sie ihr Wissen und Können an andere weitergeben. Das fördert nicht nur Kompetenzen in allen Lernbereichen, sonder auch die soziale Kompetenz wächst. Das bestätigen die Beispiele Schweden und Finnland,

Nach der schwarz-gelben Schulstrukturreform wird aber bereits nach der vierten Klasse die Aufteilung in das

Die Jahrgangshäuser

Die Jahrgangshäuser

dreigliedrige Schulsystem vorgenommen. Eine Folge ist, dass der Leistungsdruck bereits in der Grundschule enorm ansteigt, denn die Eltern wollen ihre Kinder möglichst in der fünften Klasse einer Realschule oder eines Gymnasiums wissen. Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen, wie sie der Kultusminister gerne anführt, funktioniert in der Praxis leider meistens nur „nach unten“. Verstärkt wird dies noch durch die Tatsache, dass die Hauptschulen durch die Politik der Landesregierung zu Restschulen degradiert werden, deren Absolventen kaum noch Chancen auf dem Lehrstellenmarkt haben. Eine individuelle Förderung als Voraussetzung zum Wechsel auf die Realschule findet nicht statt. Das Abitur nach der Klasse 12 steigert die Leistungsanforderungen und Stundenzahl in den Klassen 5 bis 10 so sehr, dass ein Übergang aus der Realschule in das Gymnasium die Ausnahme bleibt, von der Hauptschule ist dies gänzlich unmöglich geworden. Wenn Kultusminister Busemann dies in seiner Festrede zur Einweihung der Außenstelle als „Stärkung des Elternwillens“ bezeichnet ist das der blanke Hohn. Hinzu kommt, dass ab der 7. Klasse die Schülerinnen und Schüler auch gegen den Willen der Eltern in eine andere Schulform „abgeschult“ werden können. Auch eine Überweisung in die Förderschule wird auch gegen den Willen der Eltern vorgenommen. Eine gemeinsame Schule bis zur Klasse 9 oder 10, wie sie von den in der PISA-Studie erfolgreichen Ländern betrieben wird, steht demgegenüber allen Schülerinnen und Schülern offen. In diesem Zusammenhang kann Busemanns Äußerung, der stärkere Zulauf zu den Gymnasien sei den vielen neuen wohnortsnahen Außenstellen geschuldet nur als Witz gedeutet werden. Wenn der Minister seine Bildungspolitik auf solchen Plattheiten aufbaut, na dann gute Nacht Niedersachsen.

In kaum einem anderen europäischen Land ist die soziale Herkunft so entscheidend für die Bildungschancen wie in Deutschland und insbesondere in Niedersachsen. Für Kinder aus gebildeten Schichten ist die Chance ein Gymnasium zu besuchen fast acht mal höher als für Kinder von Facharbeitern. Die Abschaffung der Lehrmittelfreiheit durch die schwarz-gelbe Landesregierung tut dann noch ein übriges, der finanzielle Aspekt tritt hinzu, viele könne sich nur die nötigsten Materialien leisten und sind froh, wenn diese finanzielle Belastung nach 9 spätestens 10 Schuljahren zu

Die neue Sporthalle

Die neue Sporthalle

Ende ist. Der Bildungsmonitor 2007 des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ bestätigt dies: Auch für 2007 gilt, der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungsergebnissen ist in Niedersachsen stärker als im Bundesdurchschnitt.

Der Kultusminister betonte in seiner Rede, die Landesregierung hätte großes Interesse die Bildungschancen der Kinder in den ländlichen Regionen zu verbessern. In diesem Zusammenhang hätten die vielen neuen Außenstellen nach der Schulstrukturreform einen hohen Stellenwert bei den Eltern. Nun muss man deutlich machen, dass die Landesregierung zu dem Bau der Edewechter Außenstelle keinen Cent beigetragen hat, auch sind die Außenstellen nicht aus irgendwelchen Pädagogischen Überlegungen der Landesregierung entstanden, sonder aus Tatsachen und Notwendigkeiten die diese fragwürdige Schulstrukturreform mit sich gebracht haben. Die Kommunen haben das Beste mit ihrem Geld draus gemacht. Es ist leicht sich mit fremden Federn zu schmücken. Wie ernst gemeint das Interesse der Landesregierung ist, kann man daraus ablesen, dass sich die Schüler-Lehrer-Relation an den Gymnasien nach der Abschaffung der Orientierungsstufe von 17 Schülerinnen und Schüler je Lehrer auf 19 Schülerinnen und Schüler pro Lehrkraft im Durchschnitt gestiegen ist. Eine Verbesserung der Betreuungssituation im Bereich der Hauptschule ist nur dem drastischen Rückgang der Schülerzahlen in diesem Schulzweig zu verdanken.

Die Liste der fragwürdigen Auswirkungen der Schulstrukturreform könnte hier noch wesentlich verlängert werden. Was jedoch jetzt schon klar wird, Kultusminister Busemann sollte statt Festreden zu halten lieber seine Hausaufgaben machen. Was er bisher geleistet hat, war eine glatte 6.