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Exkursion zum Engelsmeer

Freitag, 25. Juni 2021 von Hergen Erhardt

Die Grüne Kreistagsfraktion besucht mit der Landratskandidatin Karin Harms eines der ältesten Naturschutzgebiete, nicht nur im Ammerland, sondern niedersachsenweit.

Susanne Miks erklärt: „Wir unterstützen Karin Harms und möchten ihr nahebringen, welche Themen uns wichtig sind. Der Schutz der Moore ist einer unserer politischen Schwerpunkte.“

Landratskandidatin Karin Harms mit den Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN Kreistagsfraktion Georg Köster (links) und Hergen Erhardt (rechts) Bild: Grüne Ammerland

Der Landkreis Ammerland hat Maßnahmen zu Energieeffizienz und Hochmoorrenaturierung als Beitrag zum Klimaschutz beschlossen. Im Bereich Engelsmeer soll der Wasserstand durch Abdichten einiger Gräben und Verstärkung undichter Randbereiche gesichert werden.
Wie entscheidend der Wasserstand ist erläutert Hergen Erhardt, einer der beiden Fraktionssprecher: „Nur in den nassen Bereichen finden wir typische Hochmoorpflanzen wie Torfmoos, Wollgras und Sonnentau. Das nasse Milieu bewahrt hier den Torf vor der Zersetzung. In den umliegenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen geht pro Jahr ein bis vier Zentimeter Torfmächtigkeit durch Abbau an der Luft verloren und CO2.wird freigesetzt“
Fraktionssprecher Georg Köster wird deutlich: „Dieser schleichende Torfabbau ist einer der großen CO2 Emittenten im Ammerland. Wir müssen mehr für den Schutz von Naturschutzgebieten wie dem Engelsmeer und die Renaturierung unserer großen Moorgebiete tun!“
Karin Harms bekräftigt ihre Ziele für das Ammerland: „Klima- und Umweltschutz ist zu einer unserer größten Herausforderungen geworden. Wir müssen alles dafür tun, um unsere Welt und natürlich auch insbesondere unsere Heimat für unsere Kinder, Enkelkinder und alle weiteren nachfolgenden Generationen lebens- und liebenswert zu erhalten.“
„Toll, dass wir uns, trotz widriger Wetterbedingungen, über wichtige Themen in so interessanter Umgebung austauschen konnten. Ich habe definitiv einen neuen Lieblingsort. Das werden wir sicher wiederholen.“, sagt Conny Kuck,

Grüne Kreistagsfraktion und KV-Vorstand mit der Landratskandidatin Karin Harms

Kreisvorstandsprecherin Bündnis 90/ DIE GRÜNEN Ammerland.
Während der gut 1½-stündigen Begehung gab Biologe Hergen Erhardt einige Hintergrundinformationen zum Engelsmeer:
„Das Engelsmeer ist seit 1939 als Naturschutzgebiet geschützt und 1,7 ha groß.
Das Engelsmeer ist schon in ältesten Karten als See im Moor verzeichnet. Solche offenen Gewässer entstanden im ohnehin nassen Hochmoor und werden Mooraugen oder Kolke genannt. In früheren Zeiten gab es unzählige davon in unseren Mooren.
Die Entstehung des Engelsmeeres ist etwas Besonderes: Es handelt sich um einen Erdfallsee, der durch Sackungen im darunterliegenden Salzstock entstanden ist. Diese Entstehung teilt das Engelsmeer mit dem Zwischenahner Meer.
In der weiteren Umgebung wird das Moor als Grünland oder Baumschule genutzt. Nur in dem kleinen geschützten Bereich finden wir Moorpflanzen von Heide, Birke und Pfeifengras auf den trockenen Standorten bis Wollgras, Moosbeere und Sonnentau an den wertvollen nassen Stellen.
Im Gelände können wir Spuren einer dynamischen Landschaft wahrnehmen. Am Nordostufer befindet sich eine Abbruchkante im Wasser, da hier die starken westlichen Winde langsam das Ufer abtragen. Am südwestlichen Ufer ist der Wellendruck geringer und hier bildet sich ein Schwingrasen aus, so dass hier eine Verlandung einsetzt. Über lange Zeit gesehen wandert das Engelsmeer auf dem Hochmoor.“

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