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Grüne Moorerkundungstour durch Ammerländer Hochmoore

Donnerstag, 05. Mai 2011 von Uwe He-Wi

Ammerländer Grüne erkunden gemeinsam mit dem Grünen MdL Hans-Jürgen Klein, Mitgliedern des Nabu, BUND und der Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnemoores sowie dem Jugendforscher Justin Müller Ammerländer Moore.

Den Besuch (von Teilen) der Grünen Landtagsfraktion im Ammerland nahmen die Ammerländer Grünen zum Anlass gemeinsam mit Vertretern vom Nabu, BUND, der Interessengemeinschaft zur Rettung des Vehnemoores, dem Jugendforscher Justin Klein mit Unterstützer Uwe Riegel sowie dem MdL Hans-Jürgen Klein verschiedene Ammerländer Moore in Augenschein zu nehmen.

H. Lobensteiner zeigt die Ausmaße des Hankhauser Moores

H. Lobensteiner zeigt die Ausmaße des Hankhauser Moores

Initiiert und organisiert von den Edewechter Grünen Hergen Erhardt und Uwe Heiderich-Willmer, die sich in der Vergangenheit schon mehrfach für den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Moorgebiete (in Edewecht) eingesetzt haben, ging es auf eine Rundreise durch das Hankhauser , und Hollweger . Ziel dieser Aktion war, zum einen die unterschiedlichen Problematiken der verschiedenen Hochmoore zu erkunden und zum anderen die Ammerländer Moorschützer an einen Tisch zu bekommen.

Im Hankhauser Moor erläuterte der Nabu-Vertreter Horst Lobensteiner aus Rastede, dass hier sehr große Flächen durch die Neufassung des Landesraumordnungsprogammes für den vorgesehen sind. Zu sehen sind dort neben kleinstrukturiertem, extensiv bewirtschaftetem Grünland und großflächigem Maisanbau auch ein neuartiges Verfahren Torfmoose zu züchten, die als Ersatz für Torf zur Substratgewinnung für den Gartenbau dienen sollen. Gemeinsam mit einer Torffirma untersucht dort die Universität Greifswald auf einer 1,5 ha großen Versuchsfläche die Praxistauglichkeit, der unter Laborbedingungen erzielten

H. Lobensteiner erläutert MdL Klein die Auswirkungen des Landesraumordnungsprogrammes

H. Lobensteiner erläutert MdL Klein die Auswirkungen des Landesraumordnungsprogrammes

Ergebnisse. Man verspricht sich auf diese Weise eine Alternative zum Abtorfen, bei der neben der Landschaftszerstörung eine große Menge CO² freigesetzt wird. Die Exkursionsteilnehmer betrachteten dieses Vorhaben jedoch skeptisch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei den benötigten Mengen wirtschaftlich durchführbar ist, “ zweifelte MdL Klein. Auch der Nabu-Vertreter Lobensteiner hat Zweifel an der Erfolgsaussicht diese Projektes: „in so kurzer Zeit kann doch nicht so viel Torfmoos aufwachsen!“ Gleichzeitig hofft er, dass die landesraumordnerische Planung der Abtorfung keine Umsetzung findet und die wertvolle Landschaft an der Kreisgrenze zur Wesermarsch erhalten bleibt.
Auf dem Weg zum Vehnemoor machte die Gruppe in Kleefeld einen Zwischenstopp. Dort erläuterten die beiden Edewechter Grünen Heiderich-Willmer und Erhardt die Problematik der kleinteiligen Abtorfung rund um Friedrichsfehn. Nach dem

Imbisspause am Vehnemoor

Imbisspause am Vehnemoor

Landesraumordungsprogramm sind rund 16 Prozent der Grundfläche Edewechts für die Rohstoffgewinnung vorgesehen. Ein Großteil der Flächen befindet sich in diesem Teil der Gemeinde. Weil die großen Moore wie Esterweger Dose und Vehnemoor fast vollständig abgetorft sind, richtet sich das Augenmerk der Torfindustrie auf jene landwirtschaftlich genutzten Flächen, unter denen noch ausreichend Torf vorhanden ist. Die verschiedenen Nutzungsinteressen von Landwirtschaft, Siedlungsbau, Torfindustrie und treffen hier geballt auf einander. Die abgetorften Flächen stehen der Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung, und sind für eine sinnvolle Renaturierung meist zu klein und isoliert. Gleichzeitig erschwert es die Siedlungsentwicklung in vielen Randbereiche Friedrichsfehns und stellt bei siedlungsnahem Torfabbau eine nicht unerhebliche Belästigung für die Bewohner dar. MdL Klein war entsetzt über den kleinteiligen Wechsel von Abtorfflächen und intensiver Landwirtschaft: „Hier muss der Landkreis unbedingt regelnd eingreifen und für ein sinnvolles Konzept sorgen!“

Wollgras im Vehnemoor

Wollgras im Vehnemoor

 

Bei einem kleinen Imbiss wurde eine gelungene Renaturierung im Vehnemoor bewundert. Hier wurden große Flächen vor rund 5 Jahren wieder vernässt, auf denen sich bereits große Wollgrasbestände und unzählige Vogelartenangesiedelt haben. „Leider existieren hier trotz der Umwidmung zum Naturschutzgebiet noch Begehrlichkeiten die Flächen landwirtschaftlich oder als Windkraftstandorte zu nutzen“, moniert Erhardt. MdL Klein zeigte sich von der gelungenen Renaturierung beeindruckt: „Das ist ganz klar, hier haben wir eine ganz wertvolle Fläche vor uns, die nicht angetastet werden darf.“

Als Schlusspunkt der Moorrundreise durch das Ammerland gab es im

Justin Müller erläutert seine Forschungsarbeit

Justin Müller erläutert seine Forschungsarbeit

Hollweger Moor einen Kurzvortrag vom Jugendforscher Justin Müller. Justin forscht mit seinem Mentor Uwe Riegel im Hollweger Moor nach Methoden, mit denen eine Renaturierung auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich durchgeführt werden kann. So züchten die beiden Torfmoose auf schwimmenden Fliesinseln, um diese als Initialpflanzen auszubringen und untersuchen die Auswirkung von intensivem Güllen auf Hochmoorgrünland. Der Landtagsabgeordnete Klein zeigte sich von den Ergebnissen des jungen Forschers beeindruckt.
Auch das Hauptziel dieser Moortour wurde erreicht, die beteiligten Moorschützer aus dem gesamten Ammerland wollen sich bei weiteren Treffen künftig gemeinsam für den Schutz und die Wiederherstellung der Hochmoore im Ammerland einsetzten.
Ein paar Eindrücke von der Moortour:

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